Historische Steinmühlen


Historische Steinmühlen

Steinmühlen gehören zu den ältesten technischen Geräten der Menschheit. Mühlen haben schon immer die Phantasie der Menschen beschäftigt. Wer in den vorigen Jahrhunderten eine Mühle besaß, gehörte zu den Reichen auf dieser Welt. Mühlen hatten im 16. Jahrhundert die besten Standorte, meist freistehend und im gleichen Rang wie Kirchen!

Da schon seit 10.000 Jahren Getreideprodukte von Menschen genutzt werden, wurde Getreide zuerst mit etwas zerkleinert, das ein Aussehen ähnlich dem eines Mörsers mitsamt Stößel hatte. Die älteste Mühle, ähnlich einer Steinmühle, war eine Reibsteinmühle mit Handbetrieb. Diese Art der Reibsteinmühle gab es bereits im 3. Jahrtausend vor Christus, dies überlieferten die Ägypter. Die Basis dieser Reibsteinmühle mit Handbetrieb ist der bekannteste Vorläufer dieser Steinmühlen. Dieses Mühlensystem ist de facto bis in das 20. Jahrhundert beibehalten worden.

Das Prinzip der Mühlen ist immer das Gleiche. Die Mühle hat zwei Mühlsteine, der untere Stein, auch Bodenstein genannt, liegt fest, der obere Stein bewegt sich und hat den Namen "Läuferstein", in dem Rillen eingemeißelt sind, um das Getreide, je nach Mahldauer, verschieden stark mahlen zu können. Von besonderer Wichtigkeit ist die Beschaffenheit der Steine, davon hängt die Mahlgüte ab. Es muss ein harter Stein sein, gebräuchlich ist Granit. In der Antike wurden die Mühlen meistens durch Sklaven oder Tiere über so genannte Antriebspögel betrieben. Der Läuferstein wurde somit direkt gedreht. In der Spätantike wurden die Mühlen dann mit Wasserkraft angetrieben. Der Antrieb erfolgte erstmals durch ein Wasserrad.

In der Literatur findet man ausgiebig Beschreibungen über die Technik von Wasserrädern. Am Rande ist zu vermerken, dass es schon damals sehr viel Streit um Wasserrechte gab, ja sogar Mord und Totschlag.

Beginnend ab dem 17. Jahrhundert wurden Mühlen fast an jeder Ecke, wo fallendes Wasser war, erbaut. Die Mühlenbesitzer waren zu dieser Zeit eine wirtschaftliche Macht, sehr vermögend, mit hohem Ansehen und bedeutungsvoll, ähnlich den heutigen Vorständen bei Großkonzernen. Das Ansehen ist heutzutage für diese Herren nicht mehr von Bedeutung. Wie ständig aus der Presse zu entnehmen ist, haben die persönlichen Einnahmen der "Neuzeit-Vorstände" für diese absolute Priorität. Neuerdings sieht man immer wieder diese "Neuzeit-Vorstände" vor den Gerichten, wo sie sich über Betrügereien und üble Machenschaften verantworten müssen.

Erwähnenswert ist, dass die damaligen Reichen Mühlenbesitzer ihre Söhne und Töchter nicht im Sinne von Liebe und Treue heiraten haben lassen, sondern es wurde von Mühle zu Mühle "verheiratet", um den bestehenden Reichtum nochmals zu vermehren. So geschah dies einige hundert Jahre lang. Das wirtschaftliche Vermögen wurde dadurch enorm vermehrt, leider auf Kosten gesunder, menschlicher Erbanlagen durch die "einseitige" Fortpflanzung. In den Geschichtsbüchern werden körperliche- und geistige Missbildungen aus dieser Zeit beschrieben, die von der ungesunden "einseitigen" Fortpflanzung Zeugnis geben.

Heute haben Mühlen nur noch Museumscharakter, viele sind zerfallen und haben nicht einmal mehr Schrottwert.