Wissenswertes über Senf | senf.de

Wissenswertes über Senf

Wissenswertes über SenfDas Senfkorn wurde bereits bei den Arabern in medizinischen Geschichtsbänden, besonders denen von Al Biruni (Heilpraktiker) 1050 v. Chr. erwähnt. Senfkorn ist der Samen einer wilden Kohlart. Die Rapspflanze ist ähnlich und hat mit der Senfpflanze den gleichen Stammbaum.

Senf war ursprünglich in Kleinasien verbreitet. Von dort brachten die Griechen anlässlich ihrer Raub- und Beutezüge das Senfkorn nach Griechenland. Im klassischen Griechenland war das Senfkorn zuerst bei den Philosophen und Mathematikern bekannt.

Die Karriere des Senfkornes begann zuerst als Heilmittel.

Im ersten Jahrhundert n. Chr. beschrieb bereits der griechische Arzt, Pedanios Dioskurides, in seiner Arzneimittellehre, eine heilende Wirkung des Senfes. Im gleichen Jahrhundert besaßen die Römer bereits ein Rezept zur Senfherstellung. Die Römer waren es auch, die die Senfpflanze über die Alpen nach Nordeuropa brachten.

Erstmals tauchte in einer Schrift, Karls des Großen, in einer Anweisung auf, dass Senfanbau und das Anlegen von Kräutergärten angeordnet wurden.

Dem Senf wurden in früheren Zeiten magische Kräfte zugewiesen. So sollen besonders Liebeskräfte angeregt werden, wenn man einen Teelöffel gelbe Senfkörner mit Honig vermischt und diese verspeist. Hippokrates erwähnt das Senfkorn als großen medizinischen „inneren Reiniger“. Es ist erwiesen, dass Senfkörner ein natürliches Abführmittel sind. Ein Esslöffel pro Tag genügt. Einige unserer Kunden berichteten gar, dass Senf in einzelnen Fällen Asthma heilte.

Weitere Geschichten über Senf

Senf als Heilmittel
Senfplanze ausgereift, Senfrispe mit Inhalt Senfkörner

Senfplanze ausgereift, Senfrispe mit Inhalt Senfkörner

Vom Senfpflaster war schon die Rede. Man kann sich einen Senfwickel mit gleicher Wirkung auch selbst herstellen. Dazu werden ganz normale gelbe Senfkörner gemahlen. Dieses Verfahren bietet Ihnen die Gewähr dafür, dass das Senfmehl nicht entölt ist. Denn das Öl enthält den eigentlichen Wirkstoff. Rühren Sie das Senfmehl mit warmem Wasser zu einem dicken Brei an. Bei rheumatischen Beschwerden oder Gelenkschmerzen trägt man diesen Senfbrei auf die schmerzenden Stellen auf und deckt das Ganze mit einem Tuch ab. Bei Augen und Ohrenschmerzen kommt dieser Wickel allerdings auf den Nacken. Und bei Bronchialkatarrh legen Sie ihn auf die Brust. Lassen Sie die Auflage solange liegen, solange ihnen die Wärme gut tut. Eine leichte Rötung der Haut ist ein Zeichen der Wirkung. Nach Ende der Wickelkur wird die Stelle mit warmen Wasser abgewaschen und weiter gut warm gehalten. Der Senfbrei muss vor jeder Behandlung frisch zubereitet werden.

Wer chronisch kalte Füße hat, und an einem gestörten Kreislauf leidet, beides hat in der Regel miteinander zu tun, der sollte es einmal mit einem Fußbad, bestehend aus 5 Liter Wasser und 50 g Senfmehl, probieren.

Das Wasser sollte gut warm sein. Die heilende Wirkung des ätherischen Senföls macht sich auch hier durch Brennen auf der Haut bemerkbar. Der Senf als Gewürz hat durchaus mit dem Senf als Heilsmittel etwas zu tun. Die meisten Gewürze machen unsere Speisen nämlich nicht nur wohlschmeckender, sondern versehen sie zusätzlich mit Spurenelementen und anregenden Wirkstoffen. So bringen Gewürze z.B. den Speichelfluss in Gang, der für die Verdauung sehr wichtig ist. Die Lust am Essen hat also durchaus ihre medizinische Seite. Das bestätigt auch die Ärztin G. Hauschka mit ihrem Satz: „Eine mit Lust begangener Diätfehler bekommt manchmal dem Patienten besser, als eine hineingequälte Diätspeise“.

Die medizinische Forschung hat aber herausgefunden, dass Senf nicht nur die Produktion von Verdauungssekreten im Magen und Darm günstig beeinflusst und die Darmbewegungen anregt, sondern dass er auch auf den Blutdruck regulierend einwirkt. Außerdem hat er antibakterielle Eigenschaften, er wirkt also entzündungshemmend.

Wie kommt diese Wirkung zustande?

Der wichtigste Wirkstoff ist das Senföl, das nicht nur heilende Wirkung hat, sondern auch für den scharfen Geschmack des Senfes verantwortlich ist. Dieses Senföl bildet sich allerdings erst in einem chemischen Prozess, der in Gang kommt, wenn das Mehl des gemahlenen Senfkornes mit Wasser vermischt wird. In diesem ätherischen Öl ist es wiederum das Glykosid Sinalbin, das die heilende Wirkung und den scharfen Geschmack bewirkt. Sie können diesen allmählichen Prozess der Senfbildung selbst nachvollziehen.

Zerkauen Sie ein paar Senfkörner, die zunächst durchaus mild und noch gar nicht typisch nach Senf schmecken. Nach kurzer Zeit bildet sich aber durch Vermischung des Senfes mit dem Speichel das scharfe Senföl, das sich durch seinen scharfen Geschmack verrät. Dieser Umwandlungsprozess wird durch ein Enzym bewirkt, das ebenfalls im Senfkorn enthalten ist und durch Wasser aktiviert wird.

Geschichten um den Senf
Senffeld

Senffeld

Geschichten über das kleine runde gelbe Senfkorn das mein Leben verändert hat, gibt es viele. Hatte ich bis vor 15 Jahren nur eine Ahnung als Senfesser wie gut Senf schmecken kann, so ist es – nunmehr seit 15 Jahren – mein tägliches Geschäft.

In diesen Jahren habe ich viel über das kleine runde gelbe „Ding“ erfahren. Und dieses kleine runde gelbe „Ding“, kann gnadenlos scharf sein. Wir haben viele verschiedene Senf- und Geschmackssorten entwickelt. Es ist immer eine Überraschung, wie sich das gemahlene Senfkorn unter Beigabe von Wasser, Essig, verschiedenen Gewürzen entwickelt und schmeckt.

Es wird viel über die Geschichte des Senfkorns und vom frühen Handel mit diesem Gewürz erzählt. Das kleine gelbe Senfkorn wurde bereits vor Christi Geburt erwähnt. Es gibt viele Erkenntnisse über die verschiedensten Kulturen des Senfkorns. Viele Bücher und die vielfältigsten Hinweise- über die Wirkung des Senfs als Heilmittel- und Träger der verschiedensten Enzyme. Letztendlich als Würzmittel, d.h. Senf, der täglich gegessen wird.

Über das gelbe runde Ding entstehen fortlaufend neue Geschichten. Damit gehen meine eigenen Senfgeschichten von vorne los?

Altenburg, im Juli 2005

Eroticon brassica nigra

Im Byzanz um die Jahrtausendwende herrschten sehr lockere Gewohnheiten und ebensolche Sitten. Bereits unter Basileos II. gab es Berichterstatter, die offen und freimütig über die Palastorgien schrieben. Der unermesslich blutige Sieg 1004 über die Bulgaren bei Vardar steigerte den Mythos der Allmacht von Byzanz in nie dagewesener Weise. Er wird nach weiteren Gewalttaten nur noch der Bulgarentöter genannt.

Eine gefangene junge Bulgarin, die eigentlich eine Griechin war, gelangte auf unerklärlichem Wege nach Byzanz, direkt zum Kaiser. Islana war nicht sehr sprachkundig und allgemein gebildet, sie war aber von berückender Schönheit. Basileos, der die Fülle liebte, konnte sich an ihr nach der ersten Fühlungnahme nicht satt sehen. Gewöhnlich tauchten nach deren Verwendung solche weiblichen Gefangenen entweder auf dem (nicht legalen, aber geduldeten) Sklavenmarkt auf oder im Hofstaat irgendeines Provinzgouverneurs, eines Eparchen.

Islana blieb und umarmte ihren Kaiser eifrig mit Brüsten und Hüften nach allen Regeln der alten griechisch-thrakischen Liebeskunst. Wo sie das her hatte, wusste keiner, schrieb Baltharus, der achte Hofschreiber des Kaisers in sein Brevier. Das Lustgestammel der beiden tönte laut fast jede Nacht aus den mit Teppichen verhangenen Fenstern des Palastes. Und Basileos war beileibe kein junger Mann mehr, der sich noch nach Karnickelweise amüsierte. Das musste schon recht beachtlich sein, wenn der Kaiser, reif an Erfahrung, noch so juchzte.

Eines abends gelang es einer Hofdame, die beiden zu belauschen und wahrscheinlich auch zu beobachten. So beteuerte sie alles Baltharus gegenüber, der nebenbei noch für den Statthalter von Konstantinopel, Romanos Argyros, am Hof spionierte. Dabei war er einer von mindestens Hundert, die am Hofe diesem heimlichen Gewerbe nachgingen. Mariana, die Hofdame, war erst nach dem vierten Glas Wein von der Insel Lemnos bereit, hicksend zwar und schon ein wenig mit schwerer Zunge, zu schildern, was sie gesehen hatte.

Dieses Weib, so begann Mariana und blickte Baltharus bereits tiefer in die Augen, als es für eine Hofdame schicklich war, zog sich einfach nicht aus. Sie behielt einen dünnen Schleier um die Schultern. Darunter jedoch war sie splitternackt. Mit Mühe konnte Baltharus Mariana davon abhalten, ihm die Lage praktisch zu erklären. Schmollend erzählte sie weiter. D-d-d-ieses W-weib fing a-an, sich z-zu drehen u-u-u-nd zu wi-i-nden, w-wie eine Sch-schlange. Und weiter? drängte der Schreiber und kratzte eifrig mit der Feder auf dem Papyrus. Der Kaiser saß auf d-dem D-d.iwan, wack-ckelte mit d-dem K-kopf hin u-u-nd her, w-wie im Schlaf. D-die Augen hatt-te er a-aber ganz weit aufgerissen, setzte Mariana fort und öffnete ihr Kleid. G-ganz schön h-heiß b-b-bei d-dir, flüsterte sie und rollte ihre großen Augen in komischer Verzweiflung hin und her. Lenk mich nicht ab. Was war weiter? unterbrach der Schreiber ihre Mühen, ihn zu begreiflicheren Unternehmungen anzuregen. Dann sank diese Teufelin vor dem Kaiser auf die Knie. Ich weiß nicht genau, was sie dort machte, aber der Kaiser fing plötzlich an mit seinen hervorstehenden Augen zu rollen und begann zu blöken wie ein Schafbock. Mariana erzählte immer flüssiger, was denn alles geschah. Ich hörte ganz deutlich, wie der Kaiser aufgrunzte und sah dann, wie er umher zuckte und rücklings auf die Polster fiel.

Die Griechin erhob sich und murmelte deutlich hörbar Beschwörungsformeln.Kannst du dich an eine erinnern? fragte der Schreiber ganz aufgeregt. Vielleicht? Wenn du dich auch daran erinnerst, was du mir schuldig bist.Mariana lag nun schon erwartungsvoll im seidigen Hemdchen auf der Liege des Schreibers. Die vollen Schenkel leicht geöffnet. Ja, ja, kommt alles noch, beruhigte Baltharus die begehrliche Hofdame, und dann? Sie murmelte ziemlich laut folgende Zeilen… schenk mir noch ein Glas ein, Baltharmännchen, bitte. Lüstern räkelte sich Mariana und begann aus dem Gedächtnis zu zitieren, aber erst nach einem kräftigen Schluck Wein.

Schwarz der Senf und rot der Wein,
das lässt Männer glücklich sein.
Zimt und Nelken noch dazu
und der Priap steht im Nu.
nehmen beide je ein Glas
verdoppelt sich sogar der Spaß.
Auch die Venus unterm Hügel
verliert jetzt alle Sittenzügel.
Zu verlängern diese Süße
musst du mischen Mohn und Nüsse,
fein gemahlen oder reiben,
wirst es stundenlang dann treiben.

Eifrig schrieb Baltharus alles mit, sogar in Kurzschrift. Jetzt h-hab i-ich ge-genug,begann Mariana wieder zu stottern (das geschah immer, wenn die Geilheit sie packte), k-komm e-endlich. Und sie zog Baltharus so gekonnt an ihre Seite, dass er das Aufschreiben vergaß. Wir m-machen es jetzt wie d-der K-kaiser und s-seine Griechin, keuchte Mariana hitzig in Baltharus´Ohr und damit nahmen die uns bekannten natürlichen Dinge ihren Lauf.

Historische Steinmühlen

Steinmühlen gehören zu den ältesten technischen Geräten der Menschheit. Mühlen haben schon immer die Phantasie der Menschen beschäftigt. Wer in den vorigen Jahrhunderten eine Mühle besaß, gehörte zu den Reichen auf dieser Welt. Mühlen hatten im 16. Jahrhundert die besten Standorte, meist freistehend und im gleichen Rang wie Kirchen!

Da schon seit 10.000 Jahren Getreideprodukte von Menschen genutzt werden, wurde Getreide zuerst mit etwas zerkleinert, das ein Aussehen ähnlich dem eines Mörsers mitsamt Stößel hatte. Die älteste Mühle, ähnlich einer Steinmühle, war eine Reibsteinmühle mit Handbetrieb. Diese Art der Reibsteinmühle gab es bereits im 3. Jahrtausend vor Christus, dies überlieferten die Ägypter. Die Basis dieser Reibsteinmühle mit Handbetrieb ist der bekannteste Vorläufer dieser Steinmühlen. Dieses Mühlensystem ist de facto bis in das 20. Jahrhundert beibehalten worden.

Das Prinzip der Mühlen ist immer das Gleiche. Die Mühle hat zwei Mühlsteine, der untere Stein, auch Bodenstein genannt, liegt fest, der obere Stein bewegt sich und hat den Namen „Läuferstein“, in dem Rillen eingemeißelt sind, um das Getreide, je nach Mahldauer, verschieden stark mahlen zu können. Von besonderer Wichtigkeit ist die Beschaffenheit der Steine, davon hängt die Mahlgüte ab. Es muss ein harter Stein sein, gebräuchlich ist Granit. In der Antike wurden die Mühlen meistens durch Sklaven oder Tiere über so genannte Antriebspögel betrieben. Der Läuferstein wurde somit direkt gedreht. In der Spätantike wurden die Mühlen dann mit Wasserkraft angetrieben. Der Antrieb erfolgte erstmals durch ein Wasserrad.

In der Literatur findet man ausgiebig Beschreibungen über die Technik von Wasserrädern. Am Rande ist zu vermerken, dass es schon damals sehr viel Streit um Wasserrechte gab, ja sogar Mord und Totschlag.

Beginnend ab dem 17. Jahrhundert wurden Mühlen fast an jeder Ecke, wo fallendes Wasser war, erbaut. Die Mühlenbesitzer waren zu dieser Zeit eine wirtschaftliche Macht, sehr vermögend, mit hohem Ansehen und bedeutungsvoll, ähnlich den heutigen Vorständen bei Großkonzernen. Das Ansehen ist heutzutage für diese Herren nicht mehr von Bedeutung. Wie ständig aus der Presse zu entnehmen ist, haben die persönlichen Einnahmen der „Neuzeit-Vorstände“ für diese absolute Priorität. Neuerdings sieht man immer wieder diese „Neuzeit-Vorstände“ vor den Gerichten, wo sie sich über Betrügereien und üble Machenschaften verantworten müssen.

Erwähnenswert ist, dass die damaligen Reichen Mühlenbesitzer ihre Söhne und Töchter nicht im Sinne von Liebe und Treue heiraten haben lassen, sondern es wurde von Mühle zu Mühle „verheiratet“, um den bestehenden Reichtum nochmals zu vermehren. So geschah dies einige hundert Jahre lang. Das wirtschaftliche Vermögen wurde dadurch enorm vermehrt, leider auf Kosten gesunder, menschlicher Erbanlagen durch die „einseitige“ Fortpflanzung. In den Geschichtsbüchern werden körperliche- und geistige Missbildungen aus dieser Zeit beschrieben, die von der ungesunden „einseitigen“ Fortpflanzung Zeugnis geben.

Heute haben Mühlen nur noch Museumscharakter, viele sind zerfallen und haben nicht einmal mehr Schrottwert.